Satzung

Satzung der "Initiative Detmolder Sommertheater e. V."

 

Präambel

 

Im Jahre 1889 an städtebaulich exponierter Stelle errichtet, war das Detmolder Sommertheater über lange Jahre ein Zentrum kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Detmold. Nach dem 2. Weltkrieg diente es dem Landestheater als Spielstätte und somit dem Wiedererstehen des kulturellen Lebens in der Residenzstadt. Heute stellt das leer stehende Gebäude nach wechselnden Nutzungen als Tanzsaal, Kino, Diskothek und Restaurant einen baulichen Schandfleck am südlichen Eingangstor der Stadt Detmold dar. Hier wartet eine reizvolle Architektur und der Geist einer gelebten kulturellen Vergangenheit auf eine neue Identität. Auf Anordnung des Ministeriums für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen vom 03.12.1995 wurde das "Detmolder Sommertheater" unter Denkmalschutz gestellt. Für die Unterschutzstellung waren theater-, baugeschichtliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe maßgebend: Das Detmolder Sommertheater war neben dem Hoftheater Spielstätte vor allem für moderne, sozialkritische und unterhaltsame Stücke. Es ist aufgrund seiner Fachwerkarchitektur und statischen Besonderheiten ein äußerst seltenes Beispiel für Theaterbauten des 19. Jahrhunderts. In Verbindung mit der Gaststätte "Neuer Krug" gilt es als Beispiel für eine typische vorstädtische Vergnügungs- und Erholungsstätte der damaligen Zeit. Es bildet den städtebaulichen Auftakt zur nördlich angrenzenden Neustadt mit ihrer barocken und klassizistischen Bebauung und ist ein wichtiges Bindeglied zum Freilichtmuseum. Kulturell engagierte Detmolder Bürger wollen dem Detmolder Sommertheater zu neuem Glanz verhelfen und es unter Beachtung seiner ursprünglichen Bestimmung wieder mit Leben erfüllen. Es soll in vorrangiger Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Detmold, dem Landestheater Detmold sowie weiteren Detmolder Kultureinrichtungen als Aufführungsort für kleinere Theaterproduktionen, kammermusikalische Aufführungen, Chorkonzerte und sonstige kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt werden. Detmolder Bürger und Institutionen sind aufgerufen, sich aktiv an der Wiederbelebung des Detmolder Sommertheaters zu beteiligen und so den Ruf Detmolds als kunstsinniger Stadt zu stärken. Das Detmolder Sommertheater bereichert das Kulturleben in Ostwestfalen-Lippe, verbessert das städtebauliche Gesicht der Stadt Detmold und revitalisiert eine wertvolle Detmolder Kulturtradition.

 

§ 1 Name und Sitz

 

Der Verein führt den Namen "Initiative Detmolder Sommertheater e.V.". Er hat seinen Sitz in Detmold und ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Detmold einzutragen.

 

§ 2 Zweck

 

Zweck des Vereins ist die Förderung kultureller Aktivitäten in Detmold durch die Überlassung des Detmolder Sommertheaters für Konzertveranstaltungen und Theateraufführungen sowie als Ausbildungs-, Probe- und Produktionsstätte, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Detmold, dem Landestheater Detmold sowie Detmolder Kultureinrichtungen. Zur Ausführung dieses Zweckes sollen das Grundstück und das Gebäude des ehemaligen Detmolder Sommertheaters erworben und unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder errichtet werden.

 

§ 3 Gemeinnützigkeit

 

(1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.

(2) Der Verein ist selbständig und selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

(3) Das Vereinsvermögen und etwaige Gewinne dürfen, abzüglich etwaiger Verwaltungskosten, nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder des Vereins erhalten aus Mitteln des Vereins keine Zuwendungen. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

§ 4 Mitgliedschaft

 

(1) Mitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen, Körperschaften, Vereine sowie Anstalten und Stiftungen des öffentlichen und privaten Rechts sein.

(2) Anträge auf Erwerb der Mitgliedschaft sind schriftlich an den Vorstand des Vereins zu richten, der über die Aufnahme entscheidet. Der Vorstand kann die Aufnahme aus wichtigem Grund ablehnen. Gegen eine ablehnende Entscheidung hat der Antragsteller die Möglichkeit der Anrufung der Mitgliederversammlung; diese entscheidet dann endgültig.

(3) Ehrenmitglieder können von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes ernannt werden.

(4) Die Mitgliedschaft endet

a) durch Tod,

b) durch Austritt unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Ablauf eines jeden Kalenderjahres, wobei der Austritt gegenüber dem Vorstand schriftlich zu erklären ist,

c) durch Ausschluß aus dem Verein, der vom Vorstand bei Vorliegen eines wichtigen Grundes auszusprechen ist.

 

Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn ein Mitglied durch sein Verhalten die Zwecke und Ziele des Vereins wesentlich und nachhaltig beeinträchtigt oder wenn ein Mitglied mit mehr als einem Jahresbeitrag im Rückstand ist und trotz zweier Mahnungen nicht zahlt. Das von der Ausschlußentscheidung betroffene Mitglied kann gegen den ihm zuzustellenden Beschluß des Vorstandes binnen einer Frist von einem Monat nach Zustellung die Mitgliederversammlung anrufen.

 

§ 5 Beiträge

 

Die Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag, dessen Mindesthöhe von der Mitgliederversammlung festgesetzt wird. Der Beitrag ist zum Beginn eines jeden Geschäftsjahres, das mit dem Kalenderjahr identisch ist, zu entrichten. Für das Gründungsjahr wird der volle Beitrag erhoben. Einzelheiten der Beitragserhebung können in einer gesonderten Beitragsordnung geregelt werden, die der Beschlußfassung des Vorstands unterliegt.

 

§ 6 Organe

 

Die Organe des Vereins sind:

a) die Mitgliederversammlung,

b) der Vorstand,

c) das Kuratorium.

 

§ 7 Mitgliederversammlung

 

(1) Die ordentliche Mitgliederversammlung hat jährlich, und zwar nach Möglichkeit im ersten Quartal eines jeden Kalenderjahres, stattzufinden. Die vom Vorstand vorzunehmende Einladung hat spätestens drei Wochen vor dem angesetzten Termin durch schriftliche Mitteilung unter Angabe der Tagesordnung an alle Mitglieder zu ergehen.

(2) Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind vom Vorstand einzuberufen, wenn das Vereinsinteresse dies erfordert oder wenn mindestens 1/5 der Mitglieder unter Angabe von Gründen die Einberufung beantragen.

(3) Der Beratung und Beschlußfassung der ordentlichen Mitgliederversammlung obliegen insbesondere:

a) die Wahl der Mitglieder des Vorstandes, der Rechnungsprüfer und der Mitglieder des Kuratoriums,

b) die Entgegennahme des Berichtes des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr,

c) die Abnahme der Jahresrechnung des Schatzmeisters und die Entlastung des Vorstandes nach Bericht der Rechnungsprüfer,

d) die Aufstellung des Wirtschaftsplanes für das laufende Geschäftsjahr,

e) die Festsetzung der Mindestsätze des Jahresbeitrages,

f) Beschlußfassung über die Änderung der Satzung und über die Auflösung des Vereins,

g) Ernennung von Ehrenmitgliedern.

(4) Die Leitung der Mitgliederversammlungen obliegt dem Vorsitzenden des Vorstandes, im Falle seiner Verhinderung dem 1. bzw. 2. stellvertretenden Vorsitzenden, sofern die Mitgliederversammlung nicht mit Mehrheit einen anderen Versammlungsleiter bestimmt.

(5) Jedes Mitglied kann bis spätestens eine Woche vor dem Tag der Mitgliederversammlung beim Vorstand schriftlich beantragen, daß weitere Angelegenheiten nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Versammlungsleiter hat zu Beginn der Mitgliederversammlung die Tagesordnung entsprechend zu ergänzen. Über Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung, die erst in der Mitgliederversammlung gestellt werden, beschließt die Mitgliederversammlung. Zur Annahme des Antrages ist eine Mehrheit von 3/4 der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

(6) Jede Mitgliederversammlung ist beschlußfähig, wenn mindestens der zehnte Teil der Mitglieder anwesend ist. Bei Beschlußunfähigkeit ist der Vorstand verpflichtet, innerhalb von drei Wochen eine zweite Mitgliederversammlung mit der gleichen Tagesordnung einzuberufen, die dann ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig ist; hierauf ist in der Einladung besonders hinzuweisen.

(7) Die Mitgliederversammlung faßt ihre Beschlüsse im Allgemeinen mit einfacher Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen, sofern Gesetz oder Satzung im Einzelfall nichts anderes vorschreiben. Stimmenthaltungen bleiben außer Betracht. Für Satzungsänderungen ist eine Mehrheit von 2/3 der Stimmen der anwesenden Mitglieder erforderlich. Über derartige Anträge kann nur entschieden werden, wenn in der Ladung zur Versammlung ein entsprechender Tagesordnungspunkt enthalten ist.

(8) Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlungen ist eine Niederschrift zu fertigen, die vom Schriftführer und vom Versammlungsleiter zu unterzeichnen ist.

 

§ 8 Vorstand

 

(1) Der Verein hat einen Vorstand, der aus

a) dem Vorsitzenden,

b) einem 1. stellvertretenden Vorsitzenden,

c) einem 2. stellvertretenden Vorsitzenden,

d) dem Schatzmeister und

e) dem Schriftführer besteht.

(2) Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vorstandes werden für die Dauer von drei Jahren von der Mitgliederversammlung gewählt, wobei die Wahlzeit bis zu der Mitgliederversammlung läuft, die über das 3. Geschäftsjahr nach Wahl des Vorstands Beschluß faßt. Zu Mitgliedern des Vorstandes können nur Mitglieder des Vereins gewählt werden. Scheidet ein Mitglied des Vorstandes während der Amtsdauer aus, so ist das von ihm innegehabte Amt bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung von einem anderen Mitglied des Vorstandes oder einem Mitglied des Kuratoriums kommissarisch zu übernehmen. Hierüber entscheidet der Vorstand. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung hat sodann für den Rest der Amtsdauer des ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds eine Ergänzungswahl vorzunehmen. Die Wiederwahl von Mitgliedern des Vorstandes ist zulässig.

(3) Der Vorstand ist Vorstand des Vereins im Sinne der §§26 und 28 Abs. 2 BGB. Er wird außergerichtlich und gerichtlich sowie insbesondere bei Willenserklärungen, durch die der Verein verpflichtet oder mit denen über Vereinsvermögen verfügt wird, von jeweils zwei Mitgliedern des Vorstands vertreten, von denen einer der Vorsitzende oder der Schatzmeister sein muß.

(4) Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit sie nicht durch die Satzung einem anderen Vereinsorgan zugewiesen sind. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:

a) Vorbereitung und Einberufung von Mitgliederversammlungen,

b) Ausführung der Beschlüsse der Mitgliederversammlungen,

c) Erfüllung der Vereinszwecke durch Einsatz der Vereinsmittel,

d) Führung der Kassengeschäfte und Erstellung eines Jahresabschlusses durch den Schatzmeister, der der Mitgliederversammlung jährlich Bericht zu erstatten hat. Die Kassenführung ist dabei alljährlich durch die von der Mitgliederversammlung gewählten Kassenprüfer zu prüfen, denen der Schatzmeister zu diesem Zweck die Rechnungsunterlagen bereitzustellen hat.

(5) Beschlüsse des Vorstandes werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Der Vorstand ist beschlußfähig, wenn mehr als die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist; eine Beschlußfassung im schriftlichen Verfahren ist zulässig. Über die Beschlüsse ist eine Niederschrift anzufertigen.

 

§ 9 Geschäftsführer

 

(1) Der Vorstand kann einen Geschäftsführer bestellen; dieser soll insbesondere gewählt werden, wenn die laufenden Vereinsaufgaben, die Umsetzung der Vereinsziele, die Maßnahmen zur Sicherstellung der finanziellen Grundlagen des Vereins einen Umfang annehmen, der vom Vorstand nicht mehr zu bewältigen ist.

(2) Aufgabe des Geschäftsführers ist die Führung der Geschäfte der laufenden Verwaltung, die Erledigung der ihm von den Vereinsorganen übertragenen Aufgaben und die Unterstützung aller Vereinsorgane.

(3) Die Einzelheiten des schriftlichen Anstellungsvertrages werden vom Vorstand geregelt.

 

§ 10 Kuratorium

 

(1) Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kuratoriums sollen den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben zur Verwirklichung des Vereinszwecks unterstützen u.a. durch:

a) Kontaktvermittlung zu Institutionen der Kultur, Wirtschaft, Politik und Verwaltung

b) Beratung

c) Beschaffung von Mitteln zur Finanzierung der satzungsmäßigen Aufgaben des Vereins.

(2) Dem Kuratorium sollen im Regelfall bis zu 10 Personen angehören, die auf Vorschlag des Vorstandes von der Mitgliederversammlung für die Dauer von fünf Jahren gewählt werden. Eine Wiederwahl ist möglich.

(3) Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden. Der Geschäftsführer unterstützt das Kuratorium bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.

(4) Einmal jährlich findet eine ordentliche Sitzung des Kuratoriums statt. Außerordentliche Sitzungen sind einzuberufen, wenn der Vorsitzende es für erforderlich hält oder der Vorstand oder eine Mehrheit des Kuratoriums eine Sitzung schriftlich unter Angabe des Grundes beantragt. Zu jeder Kuratoriumssitzung lädt der Vorsitzende mit einer Frist von zwei Wochen unter Angabe der Tagesordnung ein. Der Vorsitzende leitet die Sitzungen, im Verhinderungsfall sein Stellvertreter.

(5) Beschlüsse des Kuratoriums werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Stimmen gefaßt. Alle Mitglieder des Kuratoriums sind stimmberechtigt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

(6) Die Mitglieder des Vorstandes nehmen an den Sitzungen des Kuratoriums beratend teil.

(7) Über die Sitzungen des Kuratoriums ist eine Niederschrift anzufertigen.

 

§ 11 Auflösung des Vereins

 

(1) Über eine Auflösung des Vereins entscheidet eine dazu außerordentlich einzuberufende Mitgliederversammlung, die nur bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Mitglieder des Vereins beschlußfähig ist, mit einer Mehrheit von 4/5 der erschienenen Mitglieder. Ist die Anzahl der erschienenen Mitglieder nicht ausreichend, ist eine zweite Mitgliederversammlung einzuberufen, die dann ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig ist. Hierauf ist in der Mitgliederversammlung hinzuweisen. Die Mitgliederversammlung bestimmt zugleich den Liquidator.

(2) Im Falle der Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks ist das Vereinsvermögen abzüglich etwaiger Liquidationskosten steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken zuzuführen. Beschlüsse dazu dürfen erst nach Einwilligung des Finanzamtes durchgeführt werden.

 

Detmold, den 16. Juni 1999