Detmolder Sommertheater - eine Theater Idee
Phantasie und Kreativität sind die Rohstoffe des neuen Jahrhunderts. Wir hatten die Phantasie, um uns vorzustellen, wie sich das hässliche Entlein "Sommertheater" in einen schönen Schwan verwandeln ließe, und Kreativität, um diesen Traum zu verwirklichen.
Nun wurde das Detmolder Sommertheater nach 4-jähriger Planungs- und Bauzeit im Herbst 2003 fertig gestellt. Detmold gewinnt damit eine weitere Kulturinstitution und festigt damit seinen Ruf als Kulturstadt in Ostwestfalen Lippe.
Dieser sensible Ort im historischen Stadtkern ist wieder erlebbarer Stadtraum geworden, den die Bürger gern besuchen und an dem sie sich wohl fühlen werden. Von der Altstadt über die Hochschule und das Sommertheater bis hin zum Freilichtmuseum wird die KulturAllee entstehen.
Als um 1900 der deutsche Kaiser zur Kur in Bad Pyrmont weilte, stand der Teutoburger Wald als Urlaubsgegend für die Berliner Bürger hoch im Kurs. So kamen auch berühmte Schauspieler, und der Brauereibesitzer Dütemeier gab ihnen im von ihm gebauten Sommertheater ein Podium, um die gerade in Berlin aufgeführten Stücke in Detmold nachzuspielen. Noch heute atmet das alte Gemäuer den historischen Charme gelebter Theatertradition. Ihn für die Gegenwart fruchtbar zu machen, haben wir uns zur Aufgabe gesetzt.
Das "Detmolder Sommertheater" ist als bürgerlicher Theaterbau des späten 19. Jahrhunderts ein schützenswertes Baudenkmal von überregionaler Bedeutung. Als Saal- und Theaterbau mit Sparfachwerk und einem Bühnenhaus mit Drempelkonstruktion gilt es als äußerst selten in ganz Deutschland und wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahre 1889 an städtebaulich exponierter Stelle errichtet, war das Detmolder Sommertheater über Jahrzehnte ein Zentrum kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Lippischen Residenzstadt.
Das Theater hat für Detmold wie für die Region eine große Bedeutung. Nicht nur der Denkmalswert, auch die gelebte Geschichte des Sommertheaters verlangt nach einer Revitalisierung: Sie spiegelt als Alternativ-Theater, Spielstätte des Landestheaters, Gesellschaftshaus, Kino, Diskothek, Restaurant und Ruine die Brüche und Verwerfungen der deutschen Kulturgeschichte.
Das Detmolder Sommertheater soll die hohen Erwartungen der Besucher an eine Spielstätte in unmittelbarer Nähe der Hochschule für Musik in hervorragender Weise erfüllen. Ein vielfältiges Theaterangebot wird neben der Pflege bekannten, beliebten und überlieferten Kulturgutes auch die Verpflichtung sehen, Neues und Unbekanntes vorzustellen, um damit Reize zu setzen, Denkanstöße zu geben und künstlerisches Schaffen, künstlerische Interpretation und Beteiligung der Besucher in eine konstruktive Spannung zu bringen.
Dieses Theater soll in seiner Ausstrahlung in ein Netzwerk gleichartiger Sommertheater sowie der Spielstätten anderer Kunsthochschulen im gesamten Bundesgebiet eingebunden sein mit dem Ziel, Produktionen auszutauschen und damit auch überregional in Erscheinung zu treten. Internationale Kooperationen werden angestrebt. Neben Produktionen zu Themenkomplexen wie z.B. Film und Musik, internationaler Tanz oder Musik, und Literatur soll vorrangig die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik sowie dem Landestheater Detmold gepflegt werden. Das Haus soll als Probe- und Produktionsstätte, für Aufführungen und Konzerte genutzt werden. Aber auch an Veranstaltungen der Stadt Detmold und anderer Kooperationspartner ist gedacht.
Die Realisierung eines solch ehrgeizigen Projektes war ganz wesentlich abhängig von der Finanzierbarkeit. Dabei stand zunächst die Frage der Finanzierungsform im Vordergrund. In einer Zeit knapper Kassen war von Anfang an klar, dass der Verein sich nicht voll auf öffentliche Zuschüsse wird stützen können. Ferner sollte das Nutzungskozept nicht durch laufende Zins- oder Tilgungsleistungen belastet werden.
Das Finanzierungskonzept vereint Privatengagement kulturinteressierter Bürger, die Förderung von Stiftungen sowie öffentliches Engagement. Es stellt aus Sicht des Vereins eine sinnvolle und ausgewogene Beteiligung aller Interessengruppen dar.
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